RecruitingGuide
Social Recruiting Ablauf: In vier Schritten zu Bewerbungen über Instagram und TikTok.
Wie Social Recruiting funktioniert, vom Recruiting-Video über die Kampagne bis zum Bewerber-System, und was es von Stelleninseraten unterscheidet.
Überarbeitet am 07.10.2026: Ablauf, Recruiting-Ad, Praxisbeispiel PKfinder und häufige Fragen ergänzt.
Kurz gesagt
Beim Social Recruiting kommt die offene Stelle zu den Leuten: als Video aus deinem Betrieb, ausgespielt mit bezahlten Kampagnen auf Instagram, Facebook und TikTok. Wer sich angesprochen fühlt, bewirbt sich in wenigen Schritten über eine Landingpage oder ein kurzes Formular, und jede Bewerbung landet in einem Bewerber-System. Eine Einstellung kann niemand garantieren, aber jeder Schritt bis zur Bewerbung wird sichtbar und messbar.
Ein Stelleninserat wartet darauf, gefunden zu werden. Es erreicht Menschen, die gerade aktiv suchen und dafür Jobportale öffnen. Viele gute Fachkräfte tun das nicht, weil sie bereits eine Stelle haben. Social Recruiting dreht die Richtung um: Die Stelle kommt zu den Leuten, mitten in ihren Feed auf Instagram, Facebook oder TikTok.
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Worum es beim Social Recruiting geht
Social Recruiting heisst: Du suchst Mitarbeitende über soziale Netzwerke. In der Form, um die es hier geht, läuft das über bezahlte Kampagnen statt über einzelne Beiträge auf deinem Profil. Im Zentrum stehen kurze Videos, die zeigen, wie die Arbeit bei dir wirklich aussieht, und eine Bewerbung, die auf dem Handy schnell erledigt ist.
Das ersetzt nicht jede andere Form der Personalsuche. Für manche Stellen bleiben Inserat, persönliches Netzwerk oder eine Personalvermittlung der richtige Weg. Social Recruiting ergänzt diese Kanäle dort, wo die passenden Leute nicht selbst suchen.
| Merkmal | Stelleninserat | Social Recruiting |
|---|---|---|
| Wen es erreicht | Menschen, die aktiv suchen | Auch Menschen, die gerade nicht suchen |
| Wo | Jobportale, Karriereseite | Instagram, Facebook, TikTok |
| Format | Text mit Aufgaben und Profil | Video mit echten Menschen aus dem Betrieb |
| Bewerbung | Oft mit Lebenslauf und Motivationsschreiben | Kurzes Formular, auf dem Handy ausfüllbar |
| Auswertung | Je nach Portal Aufrufe und Bewerbungen | Jeder Schritt vom Aufruf bis zum Gespräch |
Der Ablauf in vier Schritten
Recruiting-Video
Mitarbeitende zeigen, wie die Arbeit bei dir wirklich aussieht.
Kampagne
Bezahlte Anzeigen auf Instagram, Facebook und TikTok, in der Region deines Betriebs.
Landingpage oder Formular
Bewerbung in wenigen Minuten, auf dem Handy.
Bewerber-System
Jede Bewerbung mit Quelle und Stand, nichts geht im Postfach verloren.
Das Recruiting-Video
Alles beginnt mit dem Material. An einem Content Day entstehen Videos, in denen Mitarbeitende erzählen, was sie an ihrer Arbeit mögen. Man sieht echte Arbeitsplätze, echte Werkzeuge, echte Kolleginnen und Kollegen. Genau das kann ein Textinserat nicht zeigen.
Der Einstieg entscheidet, ob jemand weiterschaut. Er spricht die gesuchte Person direkt an, zum Beispiel mit einer Frage zu ihrem heutigen Arbeitsalltag. Danach zeigt das Video, was die Stelle ausmacht, und endet mit einer klaren Aufforderung: «Jetzt bewerben, es dauert nur wenige Minuten.» Neben dem eigentlichen Recruiting-Ad helfen Team-Videos und Fotos, die auf der Bewerbungsseite und in weiteren Anzeigen eingesetzt werden.
Wie du den Drehtag vorbereitest, steht in unserer Checkliste für den Content Day.
Die Kampagne
Die Videos laufen als bezahlte Anzeigen auf Meta, also Facebook und Instagram, und auf TikTok. Bezahlt, weil ein normaler Beitrag vor allem deine bestehenden Follower erreicht. Die Fachkraft, die du suchst, folgt dir wahrscheinlich noch nicht.
Die Kampagne legt fest, wo und wie lange die Anzeige läuft und wen sie ungefähr erreichen soll, zum Beispiel Menschen in der Region deines Betriebs. Stellenanzeigen sind bei Meta eine Sonderkategorie «Beschäftigung». In den USA, in Kanada und in Teilen Europas schränkt Meta dafür die Zielgruppenwahl ein: kein Ausrichten nach Alter, Geschlecht oder Postleitzahl, keine Lookalike-Zielgruppen, ein Mindestradius um Orte.
Ob diese Einschränkungen für Kampagnen in der Schweiz gelten, nennt Meta nicht ausdrücklich; der Werbeanzeigenmanager zeigt es bei der Erstellung. Unabhängig davon verbietet Meta diskriminierende Werbung, und in der Schweiz verbietet das Gleichstellungsgesetz Benachteiligung aufgrund des Geschlechts ausdrücklich auch bei der Anstellung. Umso wichtiger ist das Video: Es spricht die richtigen Leute an und zeigt den anderen früh, dass die Stelle nicht zu ihnen passt.
Während die Kampagne läuft, schauen wir auf die Zahlen und passen Anzeigen, Texte und Einstellungen an, wenn die Daten es nahelegen. Braucht es mehr als eine Stelle, lohnen sich getrennte Kampagnen: Eine Pflegefachperson und ein Lernender in der Logistik brauchen unterschiedliche Videos und eine andere Ansprache.
Landingpage oder Formular
Wer auf die Anzeige tippt, landet auf einer Landingpage, einer einzelnen Seite nur für diese Stelle, oder direkt in einem kurzen Formular. Hier gilt: so wenige Hürden wie möglich. Name, Kontakt und ein paar Fragen zur Eignung, etwa zu Ausbildung, Pensum oder frühestem Eintritt. Lebenslauf und Zeugnisse kommen später, wenn beide Seiten Interesse haben.
- Die Stelle in einem Satz: Beruf, Ort, Pensum
- Was dich als Arbeitgeber ausmacht, konkret statt «junges, dynamisches Team»
- Das Video oder Ausschnitte daraus
- Wer sich nach der Bewerbung meldet und wie es weitergeht
- Ein Datenschutzhinweis, wofür die Angaben verwendet werden
Der letzte Punkt ist Pflicht, nicht Kür. Bewerbungsdaten sind Personendaten. Das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz (revDSG), seit September 2023 in Kraft, verlangt, dass du Bewerbende informierst, wofür du ihre Daten bearbeitest, und dass du sie nicht länger aufbewahrst als nötig.
Das Bewerber-System
Jede Bewerbung landet in einem Bewerber-System. Das ist ein Recruiting-CRM, also eine Datenbank für Bewerbende, mit allen Angaben, der Quelle und dem aktuellen Stand. So geht keine Bewerbung in einem E-Mail-Postfach verloren, und dein Team sieht auf einen Blick, wer offen ist, wer ein Gespräch hat und wer eine Absage bekommt.
Entscheidend ist die Geschwindigkeit. Wer sich am Sonntagabend auf dem Handy bewirbt, wartet nicht gern zwei Wochen auf eine Antwort. Hilfreich sind eine automatische Eingangsbestätigung und eine feste Person im Team, die neue Bewerbungen zeitnah anruft. Wie solche Abläufe automatisiert werden, zeigt die Seite CRM & Automation.
Was realistisch ist
Social Recruiting schafft einen Kanal, über den passende Bewerbungen hereinkommen können. Es garantiert keine Einstellung. Ob aus einer Bewerbung ein Vertrag wird, hängt von Dingen ab, die keine Kampagne steuert: Lohn, Arbeitszeiten, Arbeitsweg, dein Ruf als Arbeitgeber und wie schnell du reagierst.
Darum messen wir jeden Schritt: Wie viele Menschen sehen das Video, wie viele klicken, wie viele bewerben sich, wie viele Gespräche finden statt. So siehst du, wo es hakt. Klicken viele, aber bewerben sich wenige, lohnt sich zuerst ein Blick auf die Landingpage. Kommen viele Bewerbungen, aber wenige passen, muss das Video klarer sagen, wen du suchst.
Häufige Fehler
- Das Inserat abfilmen. Anforderungen vorlesen ist kein Recruiting-Video. Zeig Menschen und Arbeit.
- Zu viele Hürden. Wer auf dem Handy zuerst ein Konto anlegen und Dokumente hochladen muss, bricht leicht ab.
- Keine Antwort. Bewerbungen, die tagelang liegen bleiben, sind verlorenes Werbebudget.
- Eine Anzeige für alles. Unterschiedliche Berufe brauchen unterschiedliche Videos.
Social Recruiting mit eCreator
Bei eCreator ist Social Recruiting ein festes Paket. Den Preis besprechen wir im Gespräch, zusammen mit Werbebudget und Zeitplan. Das Paket deckt Material, Kampagnen und Bewerber-System ab:
| Teil | Im Paket enthalten |
|---|---|
| Material | 1 ganzer Content Day, Recruiting-Ad-Videos, Team-Videos, Image-Videos, Fotos |
| Kampagnen | Bis zu 2 Kampagnen auf Meta (Facebook, Instagram) und TikTok, 1 Monat Kampagnenverwaltung |
| Bewerbungen | Recruiting-CRM / Bewerber-System |
| Werbebudget | Nicht enthalten. Es geht direkt an Meta und TikTok und kommt separat dazu |
Eine Einstellung versprechen wir nicht, das kann niemand seriös. Was wir bauen, ist der Kanal für passende Bewerbungen, und jeder Schritt darin ist messbar. Eine Personalvermittlung sind wir dabei nicht: Wir stellen keine Kandidatinnen und Kandidaten vor und reden bei der Auswahl nicht mit. Die Bewerbungen gehen direkt an dich, Gespräche und Vertrag bleiben deine Sache.
Wie das Paket aufgebaut ist, steht auf der Seite Social Recruiting, den Drehtag dahinter erklärt die Seite Content Day. Ob es für deine Stelle passt, klären wir im Strategie-Call, 30 Minuten und kostenlos, oder direkt über Recruiting anfragen.
Das Wichtigste in Kürze
- Social Recruiting erreicht auch Menschen, die gerade nicht aktiv suchen, mit Videos im Feed statt Inseraten auf Jobportalen.
- Der Ablauf hat vier Teile: Recruiting-Video, Kampagne, Landingpage oder Formular, Bewerber-System.
- Die Bewerbung muss auf dem Handy in wenigen Minuten gehen. Lebenslauf und Zeugnisse kommen später.
- Das Werbebudget kommt separat dazu, eine Einstellung ist nie garantiert.
- Prüfe vor dem Start die Stellenmeldepflicht und informiere Bewerbende, wofür du ihre Daten verwendest.
Häufige Fragen
Gilt die Stellenmeldepflicht auch für Anzeigen auf Social Media?
Ja. Gehört die Stelle zu einer Berufsart mit schweizweit mindestens 5 Prozent Arbeitslosigkeit, meldest du sie zuerst dem RAV. Anderweitig ausschreiben, auch auf Social Media, darfst du sie erst fünf Arbeitstage nach der Publikation im Job-Room. Bei vorsätzlichen Verstössen droht eine Busse bis 40'000 Franken.
Brauchen Bewerbende einen Lebenslauf?
Nicht für den ersten Schritt. Name, Kontakt und ein paar Fragen zur Eignung reichen, damit die Bewerbung auf dem Handy in wenigen Minuten geht. Lebenslauf und Zeugnisse kommen später, wenn beide Seiten Interesse haben.
Quellen
Geprüft am 07.10.2026
- 01SECO / arbeit.swiss: Fragen und Antworten zur Stellenmeldepflichtarbeit.swiss (öffnet in neuem Tab)
- 02Fedlex: Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG, SR 235.1)fedlex.admin.ch (öffnet in neuem Tab)
- 03arbeit.swiss: Stellenmeldepflicht ab 2026arbeit.swiss (öffnet in neuem Tab)
- 04Fedlex: Bundesgesetz über die Ausländerinnen und Ausländer und über die Integration (AIG, Art. 21a und 117a)fedlex.admin.ch (öffnet in neuem Tab)
- 05BFS: Beschäftigungsbarometer 2. Quartal 2026bfs.admin.ch (öffnet in neuem Tab)
- 06Meta-Hilfebereich: Sonderkategorie für Anzeigen auswählenfacebook.com (öffnet in neuem Tab)
- 07Meta-Hilfebereich: Zielgruppen für Kampagnen zu Wohnen, Beschäftigung und Finanzenfacebook.com (öffnet in neuem Tab)
- 08Meta Transparency Center: Diskriminierende Praktikentransparency.meta.com (öffnet in neuem Tab)
- 09Fedlex: Gleichstellungsgesetz (GlG, SR 151.1), Art. 3fedlex.admin.ch (öffnet in neuem Tab)



