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Web & CROCheckliste

Website bringt keine Anfragen? Die häufigsten Gründe und was hilft.

Sechs Gründe, warum eine Website keine Anfragen bringt, in der Reihenfolge, in der du sie prüfen solltest: Besucher, Angebot, Vertrauen, Anfrageweg, Technik und Messung.

Kurz gesagt

Bringt eine Website keine Anfragen, liegt es fast immer an einem von sechs Punkten: Es kommen keine oder die falschen Besucher, das Angebot ist nicht schnell genug klar, es fehlt Vertrauen, Anfragen ist zu mühsam, die Technik bremst, oder Anfragen kommen zwar, werden aber nicht gezählt. Prüfe die Punkte in dieser Reihenfolge. Die meisten lassen sich beheben, ohne die Website neu zu bauen.

Die Website ist neu, sieht gut aus, und trotzdem klingelt das Telefon nicht. Das ist frustrierend, aber selten ein Rätsel. Eine Website, die Anfragen bringen soll, muss eine Kette von Aufgaben erfüllen: gefunden werden, sofort verstanden werden, überzeugen und den nächsten Schritt leicht machen. Reisst die Kette an einer Stelle, bleiben die Anfragen aus, egal wie schön der Rest ist.

Die Diagnose in sechs Schritten

  1. Besucher

    Kommen genug Menschen, und die richtigen?

  2. Verständnis

    Ist in Sekunden klar, was du anbietest?

  3. Vertrauen

    Gibt es Beweise, dass du es kannst?

  4. Handlung

    Ist Anfragen einfach, auf dem Handy?

  5. Technik

    Lädt die Seite schnell, und funktioniert alles?

  6. Messung

    Kommen Anfragen an und werden gezählt?

Kommen überhaupt Besucher?

Bevor du an Texten feilst, prüfe die Zahlen. In der Google Search Console siehst du, für welche Suchen deine Seiten erscheinen und wie oft sie angeklickt werden. In der Webanalyse siehst du, woher Besucher kommen und welche Seiten sie ansehen. Drei typische Befunde:

  • Kaum Besucher. Dann ist es ein Problem der Sichtbarkeit, nicht der Website. Die Hebel sind SEO, ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil oder Werbung. Mehr dazu im Artikel SEO oder Google Ads.
  • Besucher, aber die falschen. Die Seite erscheint für Suchen, die nicht zu deinem Angebot passen, oder Anzeigen führen Menschen ohne Bedarf auf die Seite. Prüfe die Suchbegriffe und die Zielgruppen der Werbung.
  • Die richtigen Besucher, aber keine Anfragen. Dann liegt es an der Seite selbst. Weiter mit den nächsten Abschnitten.

Ist das Angebot in Sekunden klar?

Besucher entscheiden schnell, ob sie bleiben. Eine ältere Auswertung der Nielsen Norman Group von 2011 kam zum Schluss, dass Menschen Webseiten oft nach 10 bis 20 Sekunden wieder verlassen und die ersten 10 Sekunden entscheiden. Eine Eyetracking-Studie derselben Forscher von 2018 zeigte am Desktop: 57 % der Betrachtungszeit entfallen auf den Bereich, den man ohne Scrollen sieht.

57%

der Betrachtungszeit entfielen in einer Eyetracking-Studie auf den Bereich ohne Scrollen (Desktop)Nielsen Norman Group, 2018 (öffnet in neuem Tab)

Der obere Bereich jeder wichtigen Seite muss deshalb vier Fragen beantworten, ohne dass jemand scrollen muss:

Der obere Bereich

  • Was bietest du an, in Worten deiner Kundschaft statt in Fachbegriffen?
  • Für wen ist das Angebot, und wo bist du tätig?
  • Warum gerade du: ein Beweis, eine Zahl, ein Name?
  • Was ist der nächste Schritt: Offerte, Anruf, Termin?

Ein häufiger Fehler ist ein Slogan statt einer Aussage. «Ihr Partner für Qualität» sagt nichts. Ein Beispiel, wie es konkreter geht: «Malerarbeiten für Privathaushalte in Winterthur und Umgebung, Offerte innert drei Arbeitstagen.» Das sagt alles, sofern es stimmt.

Fehlt das Vertrauen?

Wer anfragt, gibt dir seinen Namen und seine Telefonnummer. Das tut man nur, wenn man der Firma traut. Das KMU-Portal des Bundes empfiehlt für KMU-Websites unter anderem, Angebot, Öffnungszeiten, Telefon, Adresse und E-Mail zu zeigen, die Qualität zu belegen, etwa mit Referenzen und dem Team, und die Website für das Handy zu optimieren. In der Praxis wirken vor allem:

  • Echte Referenzen mit Namen, Ort und Foto, keine Stockbilder.
  • Menschen mit Namen und Rolle, damit klar ist, wer anruft und wer kommt.
  • Bewertungen, zum Beispiel aus dem Google-Unternehmensprofil, und wie du darauf antwortest.
  • Vollständige Angaben im Impressum: Firma, Adresse, Handelsregister, UID.
  • Ein klarer Ablauf: Was passiert nach der Anfrage, und wann meldest du dich?

Ist Anfragen zu mühsam?

Jede zusätzliche Hürde kostet Anfragen, besonders auf dem Handy. Das Formular fragt nach Dingen, die du erst im Gespräch brauchst. Die Telefonnummer ist nicht anklickbar. Der Kontakt versteckt sich im Menü. Und wer einen Termin will, muss zuerst eine E-Mail schreiben.

77%

der befragten Personen in der Schweiz möchten Termine bei KMU online buchenBefragung von localsearch mit HSLU, 2025 (öffnet in neuem Tab)

Die Zahl stammt aus einer Befragung von localsearch mit der Hochschule Luzern. localsearch verkauft selbst Buchungslösungen, die Zahl ist also mit dieser Brille zu lesen. Die Richtung deckt sich aber mit dem, was wir in Projekten sehen: Wer einen Termin direkt wählen kann, fragt eher an. Prüfe deshalb:

Die Anfrage

  • Auf jeder wichtigen Seite ein klarer nächster Schritt, nicht nur auf der Kontaktseite
  • Formular mit so wenigen Feldern wie möglich: Name, Kontakt, eine Frage zum Anliegen
  • Telefonnummer auf dem Handy anklickbar, E-Mail-Adresse als Link
  • Wo es passt: Termin direkt online buchbar
  • Nach dem Absenden eine Bestätigung mit dem nächsten Schritt

Bremst die Technik?

Langsame oder springende Seiten verärgern Besucher. Google misst das mit den Core Web Vitals und nutzt sie laut eigener Dokumentation auch im Ranking. Die Grenzwerte für «gut»:

Gemessen am 75. Perzentil der Seitenaufrufe, getrennt nach Handy und Desktop (Google)
MesswertWas er misstGut
LCP (Largest Contentful Paint)Bis der grösste Inhalt sichtbar isthöchstens 2,5 Sekunden
INP (Interaction to Next Paint)Wie schnell die Seite auf Eingaben reagiertunter 200 Millisekunden
CLS (Cumulative Layout Shift)Wie stark Inhalte beim Laden springenunter 0,1

Die Werte siehst du in der Search Console im Bericht zu den Core Web Vitals. Wichtig ist aber die Reihenfolge: Laut Google zeigt die Suche immer die relevantesten Inhalte, auch wenn die Seite nicht perfekt schnell ist, und gute Werte garantieren kein Top-Ranking. Eine schnelle Seite mit unklarem Angebot bringt keine Anfragen. Behebe zuerst schlechte Werte, jage aber keinem perfekten Punktestand nach.

Kommen Anfragen an, und werden sie gezählt?

Manchmal funktioniert die Website, und die Anfragen gehen trotzdem verloren: Das Formular schickt an eine alte Adresse, Bestätigungen landen im Spam, oder das Tracking zählt nichts, und die Website gilt zu Unrecht als erfolglos. Schick deshalb nach jeder Änderung eine echte Testanfrage ab und prüfe, ob sie ankommt und gezählt wird. Wie das bei Werbung geht, steht im Artikel Ohne sauberes Tracking verbrennst du Werbebudget.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zuerst messen: Kommen überhaupt Besucher, und über welche Seiten und Suchen?
  • Das Angebot muss in Sekunden klar sein: was, für wen, wo und was der nächste Schritt ist.
  • Vertrauen entsteht durch Beweise: echte Referenzen, Menschen, Bewertungen und vollständige Kontaktangaben.
  • Jede Hürde kostet Anfragen: lange Formulare, versteckte Telefonnummern, kein Termin online.
  • Prüfe mit einer Testanfrage, ob Anfragen wirklich ankommen und gezählt werden.

Häufige Fragen

  • Warum bringt meine Website keine Anfragen?

    Meist an einem von sechs Punkten: keine oder die falschen Besucher, ein unklares Angebot, fehlendes Vertrauen, ein mühsamer Anfrageweg, langsame Technik oder Anfragen, die nicht ankommen oder nicht gezählt werden. Prüfe sie in dieser Reihenfolge.

  • Brauche ich eine neue Website, wenn keine Anfragen kommen?

    Oft nicht. Viele Ursachen lassen sich auf der bestehenden Website beheben: klarere Texte im oberen Bereich, Referenzen, ein kürzeres Formular, eine anklickbare Telefonnummer und funktionierendes Tracking. Ein Neubau lohnt sich, wenn Technik oder Struktur das verhindern.

  • Wie schnell muss meine Website laden?

    Google bewertet den grössten sichtbaren Inhalt als gut, wenn er innerhalb von 2,5 Sekunden erscheint, gemessen am 75. Perzentil der Seitenaufrufe. Gute Werte garantieren aber kein Top-Ranking; ein klares Angebot ist wichtiger.

  • Wie erkenne ich, ob Anfragen verloren gehen?

    Mit einer echten Testanfrage nach jeder Änderung: Kommt sie im Postfach oder CRM an, und zählt sie die Webanalyse? Vergleiche zudem die Anfragen im Postfach mit den gemessenen Zahlen eines Monats.

Quellen

Geprüft am 07.10.2026

  1. 01KMU-Portal (SECO): Eine effektive Website erstellenkmu.admin.ch (öffnet in neuem Tab)
  2. 02Google Search Central: Core Web Vitals und Google-Suchergebnissedevelopers.google.com (öffnet in neuem Tab)
  3. 03Google Search Central: Page Experience in der Google Suchedevelopers.google.com (öffnet in neuem Tab)
  4. 04Search Console-Hilfe: Bericht zu den Core Web Vitalssupport.google.com (öffnet in neuem Tab)
  5. 05web.dev: Web Vitalsweb.dev (öffnet in neuem Tab)
  6. 06Nielsen Norman Group: How Long Do Users Stay on Web Pages? (2011)nngroup.com (öffnet in neuem Tab)
  7. 07Nielsen Norman Group: Scrolling and Attention (2018)nngroup.com (öffnet in neuem Tab)
  8. 08localsearch mit HSLU: KMU Digital Pulse 2025 (Befragung)localsearch.ch (öffnet in neuem Tab)

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